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Tag 9 - Donnerstag, 13.02.

Heute war der neunte und letzte Tag meines Sozialpraktikums, der damit begann, dass ich, gemeinsam mit einer anderen Praktikantin, Säfte für die Bewohner anmischte. Anschließend holten wir die Bewohner zum Singekreis ab und brachten sie in die Räume der Ergotherapie.

Der Singekries findet jeden Donnerstag statt und dauert von 9:30 Uhr bis 11:00 Uhr an. Hier werden viele Volklieder, aber auch Schlager und Kinderlieder gesungen. Heute waren außerdem Rhytmusinstrumente vorhanden, mit welchen die Bewohner mit Freude musizierten. Am Ende des Singgruppe brachten wir die Senioren zurück in ihre Wohnbereiche und bereiteten die Küche für die Essgruppe vor, an der heute 5 Damen teilnahmen. Ich sah beim Essen zu und brachte sie anschließend zur Mittagsruhe zurück in ihre Zimmer.

Nach dem Mittag hatte ich eine halbe Stunde Mittagspause und ging dann mit einer weiteren Praktikantin und einer Bewohnerin spazieren. Wir brachten sie nach etwa 20 Minuten zurück in ihr Zimmer und gingen noch mit 3 anderen Damen in den Garten.

Am Ende unseres Arbeitstages verabschiedeten wir uns von den Ergotherapeuten und der Chefin des Altenpflegeheimes, von der wir Blumen bekamen. 

 

Mir hat das Praktikum im Altenpflegeheim viel besser gefallen als ich es erwartet hatte. Meine "Kollegen" waren alle sehr nett und halfen mir, wenn ich Fragen hatte, wodurch ich mich im Pflegeheim sehr wohlfühlte.Ich wurde sehr viel besser integriert als gedacht und war schon nach wenigen Tagen nicht mehr "Die Neue".

Außerdem habe ich mich mit einigen Bewohnern länger unterhalten und fand es sehr interessant ihnen zuzuhören. Heute war ich ein bisschen traurig mich von ihnen verabschieden zu müssen, was ich nicht gedacht hätte. Zwar denke ich, dass ich später nicht als Ergotherapeutin oder im Bereich der Pflege arbeiten möchte, was ich vorher schon wusste, aber ich habe gesehen, dass diese Berufe sehr wichtig sind. Man braucht viel mehr Geduld als erwartet, da man Dinge oft wiederholen muss, weil die Bewohner sie sonst nicht verstehen. Außerdem muss man immer sehr laut und deutlich sprechen. Ich hatte nicht geglaubt, dass ich nach meinem Tag im Heim so erschöpft sein würde, denn der Umgang mit den Bewohnern ist zwar einerseits sehr anstrengend, es bringt aber andererseits auch viel Freude, wenn Senioren, die nicht mehr reden können, einem dankend zulächeln oder sich andere Damen oder Herren herzlich bedanken, dass man sich Zeit für sie genommen hat.

Desweiteren waren meine Arbeitstage sehr viel abwechslungsreicher, als ich vorher erwartet hatte. Ich hatte eigentlich geglaubt, den ganzen Tag "Mensch ärgere dich nicht" zu spielen und spazieren zu gehen, aber stattdessen habe ich jeden Tag andere Aufgaben bekommen und gesehen, wie vielfältig die Angebote im Heim sind.

Was mich außerdem erstaunt hat war, dass sich ein großer Teil der Bewohner im Altenpflegeheim sehr wohlfühlte. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, dass viele Senioren hier unglücklich seien. Doch stattdessen haben viele das Heim gelobt und zwei Damen, die in meiner ersten Praktikumswoche neu eingezogen waren, erzählten mir heute, sie hätten sich gut eingelebt, seien schnell von den anderen integriert worden und fühlten sich wohl im Heim. Natürlich gibt es auch das Gegenteil davon. Eine Dame mit der ich heute spazieren war erzählte mir, sie warte eigentlich nur auf den Tod. Doch ein Großteil der Senioren war zufrieden mit dem Pflegeheim obwohl natürlich klar ist, dass sich viele nach ihrem Zuhause sehnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mir das Sozialpraktikum im Altenpflegheim gut gefallen und auch viel für die Zukunft gebracht hat, da ich nun viel sicherer im Umgang mit älteren Menschen bin und weiß, wie wichtig Berufe in der Pflege sind. Ich würde jedem empfehlen so ein Praktikum zu machen. 

 

13.2.14 18:20
 


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