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Hallo, ich bin die neue Praktikantin!

... diesen Satz habe ich heute sehr oft wiedeholt, denn ich habe viele neue Leute kennengelernt und jede Menge Eindrück gesammelt .

Los ging es heute morgen um 9 Uhr. Nachdem mich die Chefin des Altenpflegeheimes begrüßt hatte, bekam ich meine Arbeitskleidung, die aus einem roten T-shirt und meinem Namensschild besteht.

Dann ging es in den abgtrennten Bereich der Ergotherapie wo ich die beiden Ergotherapeutinnen und eine weitere Praktikantin kennenlernte. Wir wurden beide zu den Hygienevorschriften belehrt und  bekamen dann die Räumlichkeiten gezeigt.

"Ergotherapie" bedeutet so viel wie "Arbeitstherapie" und hat die Aufgabe, die Bewohner des Heimes zu beschäftigen und zu versuchen die Demenzerkrankung, an der 80% der Senioren im Pflegeheim leiden, ein Sück weit aufzuhalten. Deshalb gibt es in den Räumen, die zur Ergotherapie gehören, viele Spiele und beispielsweise Puppenkleider. Wir bekamen erklärt, dass viele der Bewohnerinnen früher Hausfrauen waren und das Zusammenlegen und Bügeln der Wäsche für sie beruhigend ist, weil sie es ihr Leben lang gemacht haben. Außerdem haben einige der dort wohnenden Seniorinnen Puppen, die für sie wie Kinder sind, mit denen sie sich unterhalten und die sie anziehen können.

Eine weitere Besonderheit der Ergotherapie im DRK Altenpflegeheim in Pieschen ist, dass dort einige Tiere zu Hause sind. In den Räumen leben zum Beispiel zwei Kanninchen, mit denen die Bewohner reden und spielen können, deren Käfige sie jedoch auch zwei mal in der Wochen mit den Therapeutinnen reinigen müssen. Außerdem wohnt im Erdgeschoss des Heimes der Kater Paul, der, wie mir erzählt wurde, "Der Liebling aller Senioren ist".

Hinzu kommt, dass in jedem der drei Wohnbereiche ein großer Käfig mit zahlreichen Vögeln wie Wellensittichen oder Finken steht. Eine Pflegerin erklärte mir, dass sich die Senioren gerne mal vor die Vogelvoliere setzten und den Tieren zuschauten.

Nachdem ich also viel zum Auffbau des Heimes und der Arbeit der Ergotherapie erfahren hatte, ging es los.

Eine der Ergotherapeutinnen und ich holten die Senioren aus ihren Zimmern zur Sitzgeymnastik ab und setzten sie in einen Kreis. Die Gymnastik begann damit, dass wir alle zusammen ein Volkslied sangen, was ich leider nicht kannte . Danach wurden kleine Fang-und Wurfspiele mit Bällen gespielt und die Arme und Hände bewegt. Kurz vor Schluss gab es noch ein Rechenübung und die Sportstunde wurde wieder mit einem Lied abgeschlossen.

Gegen Ende der Sitzgymnastik ereignete sich zudem ein lustiger Vorfall. Frau Ritter, eine der Seniorinnen die im Altenpflegeheim lebt, unterhielt sich mit ihrer Sitznachbarin über das Mittagessen und meinte schließlich: "Heute gibt es zum Mittag etwas, was so ähnlich heißt wie ich. Ich glaube fauler Ritter." woraufhin ihre Nachbarin antwortete, es handle sich wohl um das gericht "Armer Ritter". Nun schaltete sich aber wiederrum eine weitere Dame ein, die wohl etwas schwerhörig war und fragte verwundert "Was Frau Ritter, du bist arm und faul?". Nachdem Frau Ritter ihr scherzhaft damit gedroht hatte, ihr die Freundschaft zu kündigen, wenn sie noch mal so etwas von ihr behauptete, mussten alle Senioren laut lachen .

Nachdem wir alle Bewohner wieder in ihre Zimmer gebracht hatten, deckte ich gemeinsam mit der anderen Praktikantin den Mittagstisch in dem Räumen der Ergotherapie.

Jeder der Wohnbereiche hat zwar einen eigenen Speiseraum, in dem etwa 15 Leute Platz finden, aber die Senioren, die nicht mehr selber essen können oder sich gar weigern zu essen, werden von den Ergotherapeutinnen gefüttert.

Da noch nicht ganz Mittagszeit war nachdem wir damit fertig waren den Tisch zu decken, gab uns eine Pflegerin einige Ordner zu Hygienvorschriften und dem Pflegekonzept, die wir lasen während ir darauf warteten, dass das Essen aus der Küche geliefert wurde. Gegen 12 holten wir schließlich die Bewohner zum Essen und sahen dann den Ergotherapeutinnen dabei zu, wie sie die Senioren fütterten. 

Als dann alle aufgegessen hatten, fuhren wir sie mit dem Fahrstuhl wieder zurück in ihre Wohnbereiche, wo sie Mittagsschlaf hielten. Ich räumte zusammen mit den Therapeutinnen und der anderen Praktikantin noch ein bisschn die Küche auf, dann las ich noch den Ordner zum Betreuungskonzept zu Ende und hatte chließlich Feierabend.

 

Ich fand meinen ersten Prakikumstag sehr gelungen, da ich viele neue Eindrücke sammeln konnte und neue Leute kennengelernt habe. Allerdings leben im Altenpflegeheim mehr Demenzkranke als ich erwartet hatte und man braucht sehr viel Geduld um mit ihnen umzugehen. Trotzdem hat es mir mehr Spaß gemacht als ich dachte, da einige Senioren sehr offen für neue Leute sind und sich nett mit mir unterhalten haben. Auch die Sitzgymnastik mochte ich, da es Freude macht zu sehen, wie die Bewohner Spaß an der Bewegug haben und motiviert dabei sind. Ich habe mich allerdings gewundert, dass ein Großteil der Leute im Altenheim im Rollstuhl sitzen, da ich das nicht so erwartet hatte. Ich hatte vor meinem geistigen Auge eher das Bild der Altenheime, wie sie im Fernsehen gezeit werden, wo die meisten Bewohner noch laufn können und sich angeregt miteinander unterhalten. Heute ahe ich allerdings festgestellt, dass das nich die Realität ist und die Altenpflegeheime anders aussehen, da hier viele Menschen krank sind und nicht mehr laufen oder sich bewegen können. Außerdem habe ich mich zugegebernermaßen etwas erschreckt als ich einen Wohnbereich betrat und im Foyer mehrere Leute saßen, die alle vor sich hinredeten und mir Sachen zuriefen, die ich nicht verstand. Die Ergotherapeutin erklärte, dass es an der Demenz läge, dass die Bewohner oftmals nicht in der Realität lebten, sondern in ihren "Fantasiewelten", wo die Pfleger zur Schwester oder Großmutter wurden. Man muss in einer solchen Situation "mitspielen", was mir am Anfang etwas schwerfiel aber ich denke, dass ich mich noch daran gewöhnen werde.

Als ich beim Füttern der Senioren zuschaute, fand ich etwas traurig, dass einige sich weigerten zu Essen, weil sie ihren Lebensmut verloren hatten. Daher war es umso bewundernswerter zu sehen, wie die Erotherapeutinnen es schafften, sie zum Essen zu motivieren.

Da viele Senioren an Demenz leiden, können einige auch nicht mehr, oder nur noch wenig sprechen. Einige von ihnen reden auch von Sachen, die man nicht vertsteht, da sie sich in der Vergangenheit abspielen. Ich stelle es mir für die Pfleger ein wenig anstrengend vor, sich immer mi jemandem zu unterhalten, der nicht  oder unverständlich antwortet.

Schon nach meinem ersten Tag des Prakikums kann ich sagen, dass ich großen Respekt vor der Arbeit der dort tätigen Pflege- und Betreuungskräfte habe, da ich es mir sehr anstrengend vorstelle, dort zu arbeiten. 

Trotz allem hat mir der erste Tag Spaß gemacht und sowohl die Bewohner als auch meine "Kollegen" sind sehr nett, weshalb ich mich schon auf morgen freue !

3.2.14 15:13
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mein-sozialpraktikum (3.2.14 15:33)
Entschuldige bitte, aber wenn es dich nicht interessiert, dann lies es bitte nicht. Lass deine Kommentare in Zunkunft.
LG


verena_mausi3 (3.2.14 16:01)
Hallo mein-sozialpraktikum,
Ich fand deinen Artikel sehr interessant. Ich kann mir jetzt wirklich besser vorstellen, was meine tocher im Altenheim machen muss.
Ich hätte jedoch noch eine Frage:
Konntest du dir aussuchen, in welchem bereich du dein Praktikum machst? Der Sohn eines Bekannten hat sein Praktikum nähmlich in der Pflege absolviert. Oder wird zwischen Junge und Mädchen unterschieden?
Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir damit weiterhelfen könntest.

PS: lass dich von bösen Kommentaren nicht unterkriegen!! Ich fänd es sehr traurig, wenn du nicht weiterschreibst, denn ich habe hiermit einen Artikel gefunden, der mir wirklich weiterhilft.

An den verfasser des kommetares: wenn du dies uninteressant findest, dann lies es einfach nicht, denn mein-sozialpraktikum gibt sich wirklich mühe mit ihren artikeln, die wirklich alles detailliert schildern. Außerdem kannst du davon ausgehen, dass es allen egal ist, wo und was du gerade machst.

An mein-sozialpraktikum: dein artikel war toll und ich wünsch dir weiterhin viel spaß bei deinem Praktikum.

LG,
Verena


mein-sozialpraktikum (4.2.14 13:52)
Hallo Verena,

Danke für deine netten Kommentare
Ich durfte mir nicht aussuchen in welchem Breich des Altenheimes ich arbeiten wollte sondern wurde der Ergotherapie zugeteilt, da ich noch nicht alt genug bin um in der Pflege zu arbeiten.
Ich denke nicht, dass zwischen Junge und Mädchen unterschieden wird aber man muss mindestens 16 Jahre alt sein um in der Pflege tätig zu werden.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
LG
mein-sozialpraktikum


verena_mausi3 (4.2.14 14:40)
Hallo mein-sozialpraktikum
Toll, dass du mir so schnell meine Frage beantworten konntest.
Ich hoffe, dass bald weitere Informationen deines Praktikums folgen werden.
LG
Verena

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